Mittwoch, 30. September 2026
IMPULS für Oktober 2026
Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,
für die einen gehört er zu einem feierlichen Gottesdienst unbedingt dazu, für die anderen ist der Geruch vielleicht eher gewöhnungsbedürftig, der Weihrauch. Ich persönlich mag Weihrauch sehr. Nicht nur wegen seines Geruchs, sondern auch wegen dem, wofür er steht.
Das Wort „Weihrauch“ bedeutet so viel wie „heiliger Rauch“. Und Weihrauch hat im Christentum eine lange Tradition. Schon in der Bibel begegnet er uns immer wieder. Im Psalm 141 heißt es: „Wie Weihrauch steige mein Gebet vor dir auf.“ Für mich ist das ein schönes Bild: Der Rauch steigt nach oben und mit ihm all das, was wir vor Gott bringen, all unsere Bitten und unseren Dank, unsere Sorgen, unsere Freude und manchmal auch das, wofür uns die Worte fehlen.
In unseren Gottesdiensten wird Weihrauch an ganz unterschiedlichen Stellen verwendet. Der Altar wird inzensiert, das Evangeliar, die Gaben von Brot und Wein, das Kreuz, aber auch wir als versammelte Gemeinde. Damit wird deutlich: Hier ist etwas heilig und hier können wir Gott ganz nah begegnen.
Ich mag am Weihrauch aber noch etwas anderes: Er spricht einen unserer Sinne an. Denn Gottesdienst feiern wir nicht nur mit dem Kopf. Wir hören die Orgel, die Musik und das Wort Gottes. Wir sehen Kerzen, Farben und Zeichen. Wir schmecken das eucharistische Brot. Wir riechen den Weihrauch. Wir stehen, sitzen, knien und machen das Kreuzzeichen. Unser ganzer Körper feiert mit.
Für mich macht gerade das einen Gottesdienst auch aus. Glaube ist nicht nur etwas, worüber ich nachdenke. Ich darf ihn erleben und mit allen Sinnen wahrnehmen. Ganzheitlich.
Und vielleicht passt auch deshalb der Weihrauch so gut dazu. Er breitet sich im ganzen Kirchenraum aus. Man sieht ihn, man riecht ihn, aber man kann ihn nicht festhalten. Auch Gott können wir nicht festhalten oder greifen. Trotzdem wissen wir: Gott ist da.
Ihre Pastoralassistentin
Vanessa Großnick
